Mein erster Tag als Air Observer


Am letzten Sonntag war mein erster Tag als Air Observer auf der Flugwache. 

Gestartet wird hier während der 100 Tage dauernden Wachbesetzung (während der Waldbrandsaison) um 8 Uhr sofern keine Einsätze am Vortag angemeldet wurden. 

Anwesend sind dann ein Air Attack Supervisor (der, der die Löschhubschrauber aus der Luft koordiniert) und ein Air Observer (ein Luftbeobachter der Karten erstellt und Informationen an die am Boden arbeitenden Einsatzkräfte übermittelt). An diesem Tag war ich als Air Observer eingeteilt. 

Dazu kommen dann noch zwei Piloten und ein LKW-Fahrer der Treibstoff an die Einsatzstelle fährt. Die Hubschrauber inclusive Piloten und Bodenpersonal gehören zu einer Fremdfirma die vom Bundesstaat Queensland zertifiziert und zugelassen ist. Die Feuerwehr stellt lediglich das Personal.

Um 9 Uhr war dann die alltägliche Besprechung. Anschließend gab es noch einige Dinge auf der Flugwache zu erledigen. 

Es war ein ruhiger Morgen und die meisten rechneten nicht mit einem Einsatz. 

Nach dem Mittagessen wollten wir also gerade das startende Autorennen im TV anschauen als das Telefon klingelte und der erste Einsatz des Tages hereinkam. 

Es ging zu einem Buschfeuer das schon seit mehreren Tagen brannte und nun etwas außer Kontrolle geraten war. Da neben dem kartografieren der Einsatzstelle auf der Einsatz eines Löschhubschraubers angefordert war starteten wir mit beiden Hubschraubern und flogen im Konvoi an die etwa 20 Minuten entfernte Einsatzstelle die nahe der Stadt Toowoomba (genauer Murphy’s Creek) im Inland lag. 


Dort angekommen verschafften wir uns erst einmal einen Überblick über die Einsatzstelle und begannen dann auch gleich mit dem kartografieren. Das wird heutzutage alles mit einem IPad und entsprechenden Apps gemacht die die Daten dann auch gleich and die Einsatzleitung am Boden übermittelt. 

Außerdem werden Bilder von verschiedenen Winkeln gemacht die dann dazu verwendet werden um Vorhersagen zu erstellen. 



Der Löschhubschrauber wieder während dessen angewiesen eine Flanke des Feuers aus der Luft zu bekämpfen. 

Wir währenddessen landeten in einem Feld neben der Einsatzleitung um unsere Meinung über das weitere Vorgehen zu besprechen. Das funktioniert am besten persönlich. 

Der Einsatzleiter war ein alter Bekannter und unser Regional Manager Alan der wusste das dies mein erster Tag war. Deshalb war auch kurze Zeit später ein Bild in Facebook.


Nachdem wir dann mit der Einsatzleitung fertig waren bekamen wir unseren zweiten Auftrag übermittelt. Wir sollten die Karte eines weiteres Feuer das ebenfalls schon seit mehreren Tagen brannte, auf den aktuellen Stand bringen. 

So landeten wir als unweit der Einsatzleitung auf einem Sportplatz an dem unser Tanklaster schon auf uns wartete und füllten den Tank auf. 

Nach nur zehn Minuten ging es für uns dann weiter zum etwa 10 Minuten entfernten Biarra Feuer. Dort flogen wir dann mehrere Male um das Feuer und ergänzten was neu dazu gekommen war. 

Dann ging es am späten Nachmittag zurück zur Flugwache wo wir kurz vor Sonnenuntergang wieder landeten. 

Kurzes Selfie mit der Crew bevor wir noch etwas Schreibkram zu erledigen hatten und dann war Feierabend. 

Ein toller erster Tag. Insgesamt bin ich für weitere sieben Tage eingeteilt. Mal schauen was wir noch so erleben. 

Der Tag danach – das Jetlag grüßt

Pünktlich am Samstag Abend um 18:00 Uhr landeten wir wieder in Brisbane. Die Zollabfertigung lief problemlos und schnell. Ruth-Ellen’s Vater Peter holte uns trotz Grippe am Flughafen ab und brachte uns nach Hause. 

Auspacken, duschen und ab ins Bett da Ruth-Ellen am Sonntag Mittag schon ihre erste von acht hintereinander folgenden Schicht im Krankenhaus antreten musste. 

Leider war bei mir um halb vier am Morgen die Nacht zu Ende und mein Körper signalisierte mir das es nun Zeit wäre aufzustehen. 

So schnappte ich mir um kurz nach 5 meine Angel und genoss den Sonnenaufgang über dem Meer. 


Unser Kräutergarten wächst und gedeiht und wurde liebevoll von unserer Nachbarin gepflegt. 

Nachdem wir den Luxus hatten vier Gepäckstücke mitnehmen zu dürfen haben wir diese Gelegenheit natürlich voll ausgenutzt. Von Ritter Sport (3-4KG!!!) über Linsen und Albgold Spätzle bis hin zum Sauerkraut war alles eingepackt und überstand die Reise unbeschadet. 

2 Wochen Heimaturlaub


Zwei Wochen in der Heimat sind mal wieder rasend schnell vorbei gegangen. Gerade sind wir wieder auf der Rückreise ins Land Down Under und warten in Abu Dhabi auf unseren Weiterflug nach Brisbane. 

Wir hatten eine tolle Zeit und versucht das beste aus den wenigen Tagen zu machen. Da es für Ruth-Ellen der erste Deutschlandbesuch überhaupt war wollten wir auch ein wenig das Land erkunden. 

Die Hochzeit von Olli & Melli war super. Ein tolles Fest das wir mit vielen Freunden gemeinsam feierten konnten. Die Fotoboxen war der Hit und so sind viele lustige Schnappschüsse entstanden. 



Da wir so viel erlebt haben hier nur ein kleiner Auszug. 

Nach der Hochzeit ging es für zwei Tage nach Berlin. Bei Oli und Feli wurden wir herzlich aufgenommen. Mit den Rädern erkundeten wir die Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt am ersten Tag. Am zweiten Tag schauten wir uns Potsdam an und machten eine Havelrundfahrt. 

Das Kirchheimer Sommernachtskino ist jedes Jahr ein tolles Erlebnis. Zu elft schauten wir uns das diesjährige Programm der European Outdoor Film Tour (EOFT) unter den Sternen an. Gezeigt werden dort Outdoor Kurzfilme aus aller Welt. 

Ein Tag Wakeboarden am Gufi-See bei herrlichem Sommerwetter gehört schon fast zur Tradition.

Ich freute mich meine alten Aicher Feuerwehrkameranden wieder zu sehen und sogar bei einer Übung mit zu machen. 

Das erste Heimspiel des VFB Stuttgarts seit dem Wiederaufstieg live mitzuerleben war toll. Im ausverkauften Stadion konnten wir das 1:0 gegen Mainz 05 bejubeln. 

Eine Radtour zum Ritter Sport und Besuch beim dortigen Fabrikverkauf darf natürlich nicht fehlen. Genauso gab es neue Laufschuhe beim Heart&Sole in Degerloch und neue Outdoorbekleidung bei Mammut. 

Zwei Tage im Allgäu mit Schloss Neuschwanstein Besichtigung, kleiner Bergwanderung, Radtour und ein kurzer Besuch in Österreich rundeten unsere „Deutschland-Tour“ ab. 

Aber was wäre ein Besuch in der Heimat ohne die Familie und Freunde die uns alle herzlich willkommen hießen. 

Letzte Woche ging es nach langer Zeit mal wieder raus aufs Wasser. Im Boot eines Freundes ging es aufs offene Meer vor der Gold Coast. 



Leider war das Wetter nicht besonders und es begann zu regnen als wir kurz vor sechs Uhr am Morgen losfuhren. An unserem Spot angekommen wurden zuerst einige Köderfische geangelt die dann als Köder für den Fisch verwendet wurden den wir an diesem Tag fangen wollten – Cobia. Cobia ist ein großer Fisch der für seinen Kampf und sein leckeres Fleisch bekannt ist. 

Dann hieß es warten. Vier Angeln waren im Wasser und der Köder in etwa 30 Meter Tiefe. 

Lange passierte nichts. Doch dann fing eine der Angel an die Angelleine wie wild ab zu spulen. Wir hatten einen großen Fisch an der Angel. Jason, unser Kapitän der schon alle großen Fische dieser Welt gefangen hat wusste sofort was am anderen Ende durchs Wasser raste – ein Thunfisch. 

User reichte mir die Angel und wünschte mir viel Erfolg. Es dauerte einige Minuten bis ich den Fisch an der Wasseroberfläche hatte. Sehr beeindruckend welche Kraft und Power dieser Thunfisch hat. 


Leider ist diese Art von Thunfisch nicht besonders gut zum Verzehr. Er ist jedoch ein hervorragender Köder zum angeln da er sehr ölig ist. 

Etwas später hatten wir dann nochmal einen Thunfisch an der Leine den Wes zusammen mit seinem Sohn Finn landeten. 


Leider ging uns kein Cobia „ins Netz“, trotzdem hatten wir alle einen tollen Vormittag auf dem Wasser umgeben von dutzenden von Buckelwalen und Delfinen. 

Sandburg bauen EXTREM

Seit zwei Wochen arbeitet das dänische Pumpschiff „Balder R“ an der Küste der Gold Coast. Das 111 Meter lange Schiff ist hier für 16 Wochen um gegen die Stranderosion zu kämpfen. Durch Unwetter und hohen Wellengang wird ständig Sand von den Stränden abgetragen. Und da die Strände der Gold Coast ein wichtige Touristenmagnete sind hat die Gemeinde etwas über 13 Millionen Dollar für dieses Projekt investiert. 

Das Schiff arbeitet rund um die Uhr. Beeindruckend ist der Strahl aus Wasser und Sand der vom Bug aus in Richtung Strand zurückgepumt wird. 

Am ersten Wochenende gab es aber gleich mal ein Problem und erst nachdem ein Techniker aus Dänemark eingeflogen wurde ging die „Balder R“ wieder in Betrieb. 

Über den Wolken

Letzte Woche hatte ich die Möglichkeit an einer sechstägigen Ausbildung zum „Air Observer‘ (=Luftbeobachter) teil zu nehmen. 

Acht Teilnehmer aus ganz Queensland kamen zum Stützpunkt nach Archerfield, südlich von Brisbane. 

Dort bekamen wir während der ersten drei Tage in der Theorie vermittelt welche Aufgaben ein Air Observer hat. Als Air Observer kann man zu Feuern und anderen Einsätzen wie Überschwemmungen oder Personensuchen gerufen werden. Die Aufgabe ist Information aus der Luft an den Boden weiterzuleiten. Dazu gehört auch das kartografieren der Einsatzstelle. 


Nach der Theorie standen dann einige Praxisübungen im Hangar auf der Liste bevor wir am Donnerstag zum ersten Mal in die Lüfte gingen. 


Vor jedem Flug steht die Vorbereitung an. Man muss einen Flugplan erstellen, seine Ausrüstung kontrollieren und den Piloten einweisen. 


Erst dann gehts los. Mittels allerlei digitaler Technik wir dann zum Einsatzort navigiert. 


Für unsere Prüfungssflüge bekamen wir jeweils die Koordinaten und mussten dann einen Flugplan ausarbeiten und den Piloten exakt zu diesen Punkten navigieren. 

Dort angekommen mussten wir dann entsprechende Aufgaben erledigen wie z. B.  Fotos machen oder eine Karte erstellen. 


Bei meinem letzten Prüfungsflug am Samstag musste ich zuerst zu einem Neubaugebiet (siehe oberes Bild) navigieren und davon dann eine Karte erstellen.  Das wird heute alles digital auf dem IPad gemacht. 

Dann wurden wir umgeleitet um ein Zeichen auf dem Boden zu suchen. An den gegebenen Koordinaten angekommen hatte ich Glück und konnte das auf einer blauen Plane ausgelegte „F“ vor der Feuerwache in Brinham gleich entdecken (siehe unteres Foto). 


Die Abschlussprüfung der acht Teilnehmer dauerte den ganzen Samstag. Mit drei Flugzeugen und verschiedenen Flugrouten war den ganzen Tag über ein reger Betrieb. 

Am Abend dann bekamen wir unsere Schwinge als Air Observer von unseren Ausbildern überreicht. 

Lagerfeuer

Am ersten Maiwochenende waren wir endlich mal wieder campen. Etwa eine Stunde Autofahrt südwestlich von Currumbin liegt das kleine Hippidorf Uki. Von dort aus gehts dann nochmal 10 Minuten ins Landesinnere und genau dort wo der Telefonempfang aufhört schlugen wir zusammen mit einigen Freunden und Bekannten unsere Zelte auf. 

Natürlich darf beim Buschcamping ein Lagerfeuer nicht fehlen. Viel interessanter finde ich es aber was man mit dem Feuer alles machen kann. 

Kochen mit Kohlen und Feuer hat im australischen Camping eine lange Tradition. Schon die ersten Buschranger die das Land erkundeten nutzten das Feuer um damit ihre Nahrung zu zubereiten. Ganz zu schweigen von den Ureinwohnern, den Aborigines die das Feuer zuerst zur Jagd verwendeten und anschließend darin die erlegte Beute zubereiteten. 

Mit den sogenannten ‚campoven‘, den gusseisernen Töpfen wir besonders häufig gekocht. 


Und das ist auch gar nicht so schwer. Zutaten in den Topf, Topf auf Heiße Kohlen stellen und den Deckel ebenfalls mit heißen Kohlen bedecken und dann heißt es warten. 

So haben wir währen den drei Tagen zahlreiche Gerichte ausprobiert. Dabei haben wir viel von den älteren Zeitgenossen gelernt die teilweise schon seit jahrzehntelange Erfahrung mit dem heißen Eisen haben. 

Ich hatte meinen Lieblingsgericht zubereitet – den Damper (australisches Buschbrot) das mit Stockbrot zu vergleichen ist. 

Mehl, Eier, Salz und etwas Bier (für die Hefe) und dann schön kneten, Teig ausrollen und mit den Lieblingszutaten belegen. 

Als Nachtisch vom Frühstück hatte ich einen Damper mit Nutella, Bananen und Lamington (australische Süßigkeit mit Kokos) im Campoven. 

Der kam sehr gut an. 

Nachfolgend sind nur ein paar der zahlreichen Gerichte zu sehen die an diesem Wochenende ‚gezaubert‘ wurden. 

 

Fritzle das Echidna

Eine nette Begegnung hatten wir auf unserem Weg zum Cradle Mountain in Tasmanien. Aus dem Augenwinkel entdeckte ich am vorbei fahren zwei Menschen am Straßenrand die von irgendetwas kleinem stacheligen Fotos machten. Das konnte nur ein Echidna sein dachte ich und fuhr sofort in die nächste Haltebucht am Straßenrand. 

Ein Echidna ist ein australischer Ameisenigel. Die Ameisenigel, auch als Schnabeligel oder Echidna bezeichnet, sind eine Familie eierlegender Säugetiere. Sie bilden mit dem Schnabeltier die Ordnung der Kloakentiere (Monotremata), sie sind mit diesen die einzigen verbliebenen Säugetiere, die ihre Nachkommen nicht lebend gebären. Faszinierend. 

Mit ihren Stacheln auf dem Rücken ähneln sie unseren heimischen Igeln mit denen sie aber nicht näher verwandt sind. Ähnlich dem Schnabeltier haben die meisten männlichen Ameisenigel am Knöchel der Hinterbeine einen Stachel. Während noch alle neugeborenen Tiere diesen Stachel haben, verlieren ihn die meisten Weibchen, aber auch einige Männchen, im Zuge ihrer Entwicklung. Im Gegensatz zu den Schnabeltieren enthält dieser Stachel jedoch kein Gift. Während der Paarungszeit sondern die Stachel der Männchen ein Sekret ab, dessen Funktion noch nicht bekannt ist.

Die Mundöffnung ist sehr klein, gerade groß genug, um die bis zu 18 Zentimeter lange klebrige Zunge herausstrecken zu können. Ameisenigel haben keine Zähne; stattdessen verfügen sie über Hornplatten am hinteren Teil der Zunge und am Gaumen, mit denen die Nahrung zerkleinert wird. 


Eine Gemeinsamkeit mit dem Schnabeltier ist ein spezielles Wahrnehmungssystem in der Schnauze. Feinfühlige Elektrorezeptoren reagieren auf die schwachen Signale, welche die Muskelbewegungen ihrer Beutetiere erzeugen, und dienen dazu, die Beute zu lokalisieren und zu fangen. Ameisenigel haben keine Ohrmuscheln, die Augen sind klein und sitzen relativ weit vorne am Kopf.

Von der Familie wurde es liebevoll Fritzle getauft. Fritzle störte unsere Anwesenheit keineswegs. Er ging unverdrossen seiner Lieblingsbeschäftigung nach, das graben nach Ameisen. So störte es ihn nicht das wir einige Zeit mit ihm verbrachten um. Bilder und Videos zu machen. Auch für mich war ein mein erstes Echidna in freier Bildbahn. 

Zusätzlich zu meiner Kamera hatte ich auch die GoPro in der Nähe von Fritzle aufgestellt. Dabei sind ein paar ganz nette Aufnahmen entstanden in denen man ganz gut erkennen kann wie Echidnas nach Ameisen graben.