Petri Heil

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Am gestrigen Samstag ging es mit Kollege Ronnie zuerst ein paar Wohnungen anschauen und am späten Nachmittag dann ab zum fischen an die Gold Coast.
Die Gezeiten waren genau richtig und so konnte ich an selber Stelle an der noch vor zwei Wochen alle außer mir erfolgreich waren mein Glück nochmals versuchen.
Zuvor hatten wir uns noch mit genügend Köder und neuen Campingstühlen ausgestattet. Da wir geplant hatten bis weit nach Einbruch der Dunkelheit zu fischen hatten wir auch genügend Nahrung und Getränke dabei.
Dann ging’s los. Köder an den Haken und ab ins Wasser. Dann beginnt der entspannte Teil. Sitzen und warten. Eine Hand immer an der Angelschnur um mitzubekommen ob einer angebissen hat oder gerade dabei ist nur den Köder zu fressen (was leider auch des öfteren passiert ist).

Nach kurzer Zeit hatte Ronnie dann den ersten Fisch an der Leine – einen Bream, der hier häufig vorkommt. Kurze Zeit später dann auch gleich den nächsten. Diesmal biss ein Falthead an. Der Name stammt von seinem flachen Körperbau da er am Grund liegt und auf vorbeischwimmende Beute lauert.

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Diesen Fisch einfach so zu berühren ist sehr gefährlich, da er auf seinem Rücken Giftstacheln trägt die auch für den Menschen gefährlich sind. Dann also mit Handtuch den Köder aus dem Maul und wie alle Fische die gefangen wurden wieder zurück in den Fluss.

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Es war nicht zu fassen aber kurze Zeit danach hatte Ronnie schon wieder einen Bream an der Leine. Leichte Ungeduld kam in mir auf.

Und dann eeeeeendlich hatte ich auch einen Fisch an der Angel. Und siehe da es war ein großer, weißer Hai! Haha – war nur Spass. Es war auch ein Bream.

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Köder aus dem Maul, Foto für die Ewigkeit und dann husch husch wieder zurück ins Wasser – so macht das Spass.
Eine halbe Stunde später hatte ich sogar nochmal Glück und fing nochmal einen Bream. Und wenn man dann erstmal ein Erfolgserlebnis hat will man auch mehr.

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Dann brach die Dunkelheit herein. Die Temperaturen lagen immer noch über 20 Grad und ein leichter Wind auf. Da fast Vollmond war brauchten wir unser mitgebrachtes Licht nur selten.

So saßen wir in unseren Stühlen und warteten darauf das der nächste Fisch anbiss. Dabei aßen wir Echte Nürnberger Elisenlebkuchen aus der Heimat.

An unseren Leinen zupfte es des öfteren aber angebissen hat keiner mehr. Naja, halb so schlimm dachten wir uns als wir uns dann um 23 Uhr auf den Heimweg machten.

Hagel, Donner & Blitz

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Schon während der letzten Woche hatte sich ein Unwetter abgezeichnet. Temperaturen deutlich über 30 Grad tagsüber ist deutlicher Vorbote eines Unwetters.
Durch die hohen Temperaturen und den geringen Niederschlag in letzter Zeit ist das Gras- und Buschland besonders gefährdet. Am Donnerstag entdeckte ich dann mein erstes, kleines Buschfeuer entlang des Highways in Richtung Feierabend.

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Direkt am Fahrbahnrand hatte sich das Gras entzündet und brannte. Da ich noch keine Feuerwehr vor Ort sah nutzte ich die Gelegenheit um die australische Notrufnummer 000 zum ersten (und auch hoffentlich letzten) Mal zu wählen. Zuerst wird man gefragt um welche Art von Notfall es sich handelt: Feuer – Polizei – Ambulanz. Anschließend noch das Bundesland angeben in dem man sich befindet und man wird zu einem der zuständigen Disponenten durchgestellt was sehr schnell passiert. So habe ich der netten Dame am anderen Ende der Leitung die Lage während meiner Fahrt in den Feierabend beschrieben.

Am Samstag kam dann das groß angekündigte Unwetter, hier Thunderstorm genannt. Ich war gerade bei meinem Samstag Morgen Schwimmtraining im örtlichen Pool als die Bademeister alle Schwimmer aus dem Wasser holten. Kurze Zeit später setzte dann auch der Regen ein und von fernem hörte man schon den Donner näher kommen. Den ganzen Tag wechselt sich Regen und Sonne ab bevor es am Abend dann aber richtig zur Sache ging. Starkregen, Donner und tausende Blitze sorgten zusammen mit starken Windböen in und um Brisbane für Überflutungen, abgedeckte Dächer und Stromausfälle. Tennisball große Hagelkörner durchsiebten in manchen Vororten Autoscheiben und Wintergärten. Gut zu wissen das mein Auto in der Tiefgarage sicher war.

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In der Nacht schwachte das Unwetter dann etwas ab um sich am Sonntagabend wieder neu zu formieren. Glücklicherweise zog dieses über meinen Vorort hinweg, richtete aber in anderen Gebieten wieder bösen Schaden an.
Am Montagmorgen scheinte dann wieder die Sonne, als ob nichts gewesen wäre.

Kollegen versicherten mir das dies noch lange nicht der schlimmste Thunderstorm war und so bleibt die bevorstehende Sturmsaison spannend.

Der Staat Queensland ist Überschwemmungen gewöhnt. Im Jahr 2010 stand eine Fläche von der Größe Frankreichs und Deutschlands zusammen unter Wasser.

Was ein Wochenende!

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Letztes Wochenende bekam ich Besuch von drei Freunden aus Sydney. Zusammen mit Kollege Ronnie ging es mit den Mädels am Freitagabend nach Brisbane wo wir das Nachtleben erkundeten und die Nacht in einem super Hotel direkt am Fluss übernachteten.

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Am frühen Samstagmorgen ging es dann 150 Kilometer nördlich von Brisbane ins schöne Noosa Head an der Sunshine Coast. Dort machten wir dann einen Bushwalk entlang der Küste im Noosa National Park. Dabei entdeckten wir sogar einen schlafenden Koala hoch oben in einem Baum. Gut zweienhalb Stunden dauerte unsere Wanderung.
Leider war das Wetter am Freitag und Samstag nicht auf unserer Seite. Es regenete fast ununterbrochen. Daher checkten wir früher als geplant in unser Apartment für die Nacht ein. Und was für eines! Drei Schlafzimmer, drei Bäder, zwei Wohnzimmer, Küche und Balkon – der Hammer! Da war das Wetter vor der Tür fast vergessen. So verbrachten wir einen sehr spaßigen Samstagabend in einem der tollen Apartments in dem ich jemals gastiert habe.

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Um dem Regen zu entfliehen fuhren wir dann am Sonntagmorgen wieder zurück gen Süden. Und siehe da, das Wetter wurde besser und wir bekamen die Sonne zum ersten Mal an diesem Wochenende zu Gesicht. Vorbei an Brisbane machten wir einen kurzen Stop im Daisy Hill Koala Centre das nur wenige Minuten von meinem Hotel entfernt liegt. Auf dem Weg dorthin musste dann selbstverständlich ein Fotostop an einem der berühmten australischen Straßenschilder gemacht werden.

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Im Koala Centre gabs die putzigen Tierchen dann in echt zu bestaunen zusammen mit einigen sehr interessanten Infos der Ranger.

Unsere Reise ging dann weiter an die Gold Coast wo wir Ronnie’s Angelruten auspackten. An einem Fluss in einer sehr noblen Wohngegend probierten wir unser Glück.

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Die Mädels machten ihre Sache sehr gut und so fing jede innerhalb kürzester Zeit mindestens einen Fisch die wir auch gleich wieder in die Freiheit entließen.

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Ich war natürlich der einzige der an diesem Nachmittag keinen Fisch gefangen hat. Nachhilfe wurde mir bereits angeboten.
Am späten Nachmittag ging es dann ins Wochenendhaus (auf dem Golfplatz) der Familie. Kurz vor Sonnenuntergang konnten wir dann noch einige Kängurus auf dem Golfplatz beobachten und dann ging es auch schon bald ins Bett da jeder etwas müde war.
Am Montagmorgen ging es dann für die Mädels wieder zurück nach Sydney und für uns zurück an die Arbeit.

Ein tolles Wochenende an das wir uns sicherlich noch lange zurück erinnern werden.

Ja ist denn heut schon Weihnachten???

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Letzte Woche hatte ich gleich dreimal Bescherung der besonderen Art. Zuerst erreichte mich ein netter Brief von den Sielmingern mit tollen Reisetipps von Lina.
Einen Tag später dann kam ein Paket voller Nürnberger Lebkuchen an. Da konnte ich natürlich nicht wiederstehen:

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Und um das ganze noch zu toppen kam vom gleichen Absender zwei Tage später ein weiteres Paket. Dieses Paket hatte was von einem da es neben Lübecker Marzipan, Gallseife, Socken, Brühe auch noch einen Spätzles-Shaker beinhaltete. Damit bin ich noch komplett ausgestattet und kann nun zu meinen Alb-Linsen auch noch Spätzle machen – des isch halt a Sach, gell!

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Über meine ersten Kocherfahrungen mit dieser schwäbischen Wunderwaffe werde ich selbstverständlich an gleichen Stelle berichten. 🙂

Vielen Dank an die Absender, habe mich sehr gefreut!

Wasser Marsch!

Seit dem gestrigen Mittwoch bin ich nun ein offizielles Mitglied der Rural Fire Brigade Ormeau. Hier findet jeden ersten Mittwoch im Monat ein Meeting statt (ist wie eine Ausschusssitzung oder ein Vorstandstreffen) nur mit dem Unterschied das alle Mitglieder dazu eingeladen sind und über alle wichtigen Themen mitbestimmen dürfen.

Und genau bei dieser Sitzung wurde ich dann auch offiziell aufgenommen.

Übungen finden hier jeden Dienstag statt, außer in der ersten Woche des Monats, da ist ja das Meeting. Zusätzlich gibt es dann für die Trainees wie mich noch eine Zusatzübung die meistens Mittwochs stattfindet.

Fuer alle Interssierten und besonders fuer meine Feuerwehrkameraden in der Heimat die regelmäßig meinen Blog besuchen werde ich versuchen in der nächsten Zeit regelmäßig über die Struktur, Abläufe und das Wesen der australischen Feuerwehr zu berichten. Auch Bilder folgen.

Melbourne Cup

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Der Melbourne Cup ist das höchstdotierteste Pferderennen in Australien und Ozeanien und eines der lukrativsten der Welt. „The race that stops a nation“ findet jedes Jahr am ersten Dienstag im November auf dem Flemington Racecourse im Norden von Melbourne vor normalerweise über 100.000 Zuschauern statt. Vollblüter ab 3 Jahren laufen die ungewöhnlich lange 3,2 Km Flachstrecke.

Das ganze geht soweit das dieser Tag in Melbourne und Umgebung seit 1877 zum gesetzlichen Feiertag erklärt wurde. Das Preisgeld beträgt 6.2 Millionen australische Dollar von der die Hälfte an den Gewinner geht. Nicht ganz so schlecht – oder?

Am heutigen Dienstag stoppt dieses Rennen wirklich die ganze Nation. Es findet am frühen Nachmittag statt. Wer nicht arbeiten muss oder dafuer extra Urlaub genommen hat trifft sich mit Freunden im Pub oder sonst wo. Diejenigen die arbeiten verfolgen das Rennen via Internet, Radio oder Fernseher. Da kommt sogar Prince Charles aus England um dem Gewinner den Pokal zu überreichen.

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In unserer Firma haben wir das Rennen zusammen via Internet-Livestream auf dem größten verfügbaren Bildschirm in der Firma angeschaut. Gewettet wird an diesem Tag wie an keinem anderen. Mehrere hundert Millionen Dollar werden in nur wenigen Stunden meistens verzockt und selten gewonnen. Auch wir hatten eine kleine Tipprunde und die glückliche Gewinnerin kommt aus unserer Konfektionsabteilung. 🙂

Hier das Rennen in voller Laenge (es geht um 6.2 Millionen Dollar …!)

So schnell kann’s gehen

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Sonntagmorgen, die Sonne schien und ich machte mich mit meinem Surfboard auf den Weg zur Gold Coast. Nachdem ich mir den berühmten Kirra Beach angeschaut hatte an dem überhaupt nix los war (keine Wellen) fuhr ich zwei Strände weiter und fand den schönen Rainbow Beach (Bild). Dort war dann auch was los und ich fand Wellen und andere Surfer.

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Also packte ich mein Brett aus und paddelte raus. Draußen begegnete ich dann einigen Fischen die aus dem Wasser sprangen und auch ein paar Wellen.

Die letzte Welle meinte es jedoch nicht so gut mit mir. Sie zog mich in niedrige Wasser. Als ich wieder auftauchte war es um mein Brett geschehen. Wie auch immer es passiert ist, ich weiß es nicht aber es ist nun Geschichte:

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Sowas passiert leider. Vielleicht war das auch ein Zeichen das es Zeit wird ein anderes Board auszuprobieren. 🙂

Mein erster Monat

Unglaublich wie schnell der erste Monat Arbeiten schon hinter mir liegt. Heute habe ich schon fünf Wochen gearbeitet.
Da zuerst einmal alles neu ist kommt einem das nochmal viel schneller vor.

Mein typischer Arbeitstag beginnt meistens mit Kundenbesuchen am Morgen. Da besuche ich sowohl bestehende als auch potentielle neue Kunden. Und da ist alles dabei. Vom Kaffeeröster der mich gleich mal mit in die Rösterei genommen hat (hmmm hat’s da lecker geduftet auch wenn ich keinen Kaffee mag) über eine Grossschreinerei die man nur mit Warnweste und Schutzbrille betreten darf bis hin zum kleinen Familienbetrieb in der Garage hinter dem Haus mitten im Busch. Das alles und noch viel mehr habe ich in meinem ersten Monat schon gesehen. Und alle brauchen sie eines: ETIKETTEN :-).

Nachmittags gehts dann zurück in die Firma um Angebote, Termine usw zu erledigen. Und da ich ja bekanntlich in einer kleinen Firma arbeite bei der alle mit anpacken wo es gerade klemmt kann es auch schon mal vorkommen das ich mit dem Gabelstapler Paletten aus einem LKW auslade.

Bei meinem allfreitäglichen Ritual kommt ein Stück Heimat in ferne Australien. Nach der Arbeits geht’s direkt zum Aldi um die Ecke. Davon gibt es hier immer mehr. Selbst auf der anderen Seite der Erde versuchen die Gebrüder Albrecht den großen Supermarktgiganten Coles und Woolworth ein paar Prozente ihrer Marktanteile abzujagen.
Außen wie innen sieht’s aus wie beim Aldi zuhause, gleiche Regal- und Produktanordnung lediglich mit etwas anderem Sortiment. Hier und da entdeckt man aber ein paar typische deutsche Produkte wie die Haribo Goldbären oder Leberkäse.

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