Update – Buschfeuer rund um Sydney

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Seit gut einer Woche brennen nun schon mehrere Buschfeuer rund um Sydney. Stand heute (Donnerstag, 24.10.) brennen noch 66 Feuer von denen 24 noch nicht unter Kontrolle gebracht sind. Etwa 2,000 Einsatzkräfte sind im Einsatz. Aus der Luft werden sie von über 60 Löschhubschraubern und Löschflugzeugen unterstützt.
Der gestrige Mittwoch wurde als bsiher schlimmster Tag vorhergesagt. Hohe Temperaturen (bis zu 36 Grad), eine sehr geringe Luftfeuchtigkeit und Windböen mit bis zu 100 kmh machten den Einsatzkräften das Leben schwer. Durch diese Vorhersagen wurden alle vorhandenen Kräfte mobilisiert um neue oder auch wiederentfachte Brände schnellstmöglich unter Kontrolle zu bringen. Mit Hilfe aus allen Staaten – inclusive über 100 Queensländer – haben sie es geschafft das kein Haus abbrannte und kein Mensch zu Schaden kam. Eine ganz starke Leistung!

Als wichtiger und oft genutzer Informationskanal um schnell Nachrichten und Meldungen zu verbreiten hat sich facebook bewährt. Auf der NSW Rural Fire Service facebook-Seite werden Nachrichten sehr zeitnah verbreitet. Auch eine App gibt es die alle Feuer anzeigt auf einer Karte anzeigt und weitere Infos zu den jeweiligen Einsatzstellen gibt.

Ich selbst bin mit drei anderen Kameraden unserer Feuerwerhr nun auf der sogenannten „Strike Team“ Liste. Sollte der NSW Rural Fire Service weitere Kräfte in Queensland anfordern kann ich für fünf-sieben Tage nach Sydney abgezogen werden.

Hier ein beeindruckendes Video das eine Drohen bei einem Flug über Lithgow zeigt, einem der Orte die es besonders stark getroffen hat. Ab Minute 4:30 ist auch die das aktive Feuer zu sehen.

Video einer Helmkamera eines Feuerwehrmannes aus den Blue Mountains von letzter Woche.

Sydney brennt

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Sicherlich ist die Nachricht von den verheerenden Buschbränden rund um Sydney auch schon in Deutschland angekommen. Seit letzten Mittwoch brennen im Bundesstaat New South Wales etwa 100 Buschfeuer von denen einige immer noch außer Kontrolle sind. Und dabei hat die Buschbrandsaison gerade erst angefangen.

Besonders stark hat es die Blue Mountains im Westen von Sydney getroffen. Mehrere hundert Häußer sind schon Opfer der Flammen geworden und ein älterer Mann erlitt beim Versuch sein Haus zu retten einen Herzinfarkt und verstarb. Man spricht hier von den schlimmsten Waldbränden seit 50 Jahren. Seit gestern herrscht in New South Wales der Notstand.

Etwa 2.000 Einsatzkräfte sind momentan im Einsatz und versuchen die Brände in den Griff zu bekommen. Die Arbeiten werden jedoch sicherlich noch Wochen andauern. Tausende Menschen wurden in den letzten Tagen evakuiert und über Sydney hängt seit Mittwoch ein dicker Rauch der den Himmer orange färbt.

Auch aus Queensland und den anderen Staaten werden nun nach und nach Einsatzkräfte abgezogen um zu unterstützen und die erschöpften Kräfte vor Ort abzulösen.

Auch wir sind momentan regelmäßig im Einsatz. Am letzten Dienstag wurden wir um kurz vor sechs Uhr Morgens zu einem Buschfeuer in unseren Bergen alarmiert. Bereits auf der Anfahrt war eine starke Rauchentwicklung zu erkennen und so wurde sofort in zweiter Alarm ausgelößt und weitere Feuerwehren alarmiert.

Es stellte sich heraus das ein gestohlenes Auto vermutlich bereits schon in der Nacht zuvor mitten im Busch in Brand gesetzt wurde damit den Waldbrand ausgelößt hatte.

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Ein Bulldozer aus dem benachbarten Steinbruch kam uns sehr zur Hilfe indem er uns Zugang zum Feuer verschaffte das in den steilem Gelände brannte.

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Mit fünf Feuerwehren und etwa zehn geländegängigen Einsatzfahrzeugen schafften wir es das Feuer bis zur Mittagszeit in den Griff zu bekommen bevor es sich in ein weiteres Tal ausbreiten konnte.

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Doch damit beginnt dann die eigentliche Arbeit erst richtig. Beim sogenannten „mopping-up“ oder „blacking out“ werden die äußeren Ränder des Feuers genauestens abgelöscht und sichergestellt wird das kein Wiederaufflammen in diesem Bereich mehr möglich ist. Und das dauert seine Zeit. Insgesamt galt es etwa 6 Hektar „aufzuräumen“.

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Nach 14 Stunden im Busch war mein Tag dann um kurz nach zehn Uhr Abends vorbei und die Nachtschicht übernahm. Am nächsten Tag kontrollierte dann eine weitere Schicht die Einsatzstelle. Auch am Samstag brannte es an einigen Stellen noch von denen jedoch keine Gefahr ausging.

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Eine sehr interessante Erfahrung für mich da dies mein erstes richtiges Buschfeuer war auch wenn es die Einsatzleitung als kleines bis mittleres Buschfeuer einstufte.

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Viele Grüße aus Down Under

Kakadu National Park

Ja ich lebe noch! Sorry für die wochenlange Funkstille – gelobe Besserung.

Heute gibts einen Link zu einer tollen Dokumentation des Senders ABC über den größten Nationalpark Australiens – den Kakadu Nationalpark.

Dieser liegt im Northern Territory und ist mit seinen 20.000 qm halb so groß wie die Schweiz. Neben atemberaubender Größe und Natur gibts dort auch die großen Salzwasserkrokodile und allerlei andere Lebewesen. Das Klima ist mit bis zu 90% Luftfeuchtigkeit und Temperaturen um 40 Grad in der Trockenzeit extrem und in der Regenzeit noch viel extremer denn dann sind weite Teile der Nationalparks unpassierbar.

Ein Nationalpark der definitiv noch auf meiner Liste steht.

Link zur Dokureihe
(ca. 58 min. jeweils)