Ein besonderes Erlebnis

Freitag Nachmittag um 15:06 Uhr kam die Einsatz-SMS mit der Meldung über ein Buschfeuer in den Bergen.

Also machten wir uns auf um die Lage zu erkunden. Bereits auf der Anfahrt könnten wir eine große Rauchsäule erkennen.

Vor Ort angekommen mussten wir zuerst den besten Weg finden um möglichst nahe an das Feuer zu kommen. Dieser war schnell gefunden und so ging es in den Busch auf einen der vielen Fire Trials, einem Weg der extra für die Feuerwehr errichtet wurde um schneller an der Einsatzort zu kommen. Fire Trials sind oftmals nicht mehr als ein schmaler holpriger Weg mitten im Busch die je nach Zustand und Pflege einfach oder schwierig zu befahren sind. Auf jeden Fall braucht man einen Geländewagen um vorwärts zu kommen.
Gesucht – gefunden! Da war das Feuer das in steilem Gelande brannte.
Die Entscheidung war ein Gegenfeuer zu legen um das eigentliche Feuer kontrollieren zu können. Da sowas „Manpower“ verlangt wurden weitere Feuerwehren alarmiert.
Gemeinsam ging es dann ans Werk. Mittlerweile war es schon dunkel geworden und die etwa zehn Fahrzeugbesatzungen arbeiteten fleissig.

Meine Schicht war um 11 Uhr zuende udn die Nachtschicht übernahm. So ein Schichtwechsel kann sich manchmal ganz schon ziehen und so lag ich dann um kurz vor 2 Uhr am Morgen endlich im Bett.
Der Wecker machte sich am Samstag morgen nicht sonderlich beliebet bei mir als er um 6 Uhr klingelte. Nach einem kurzen Frühstück machte ich mich wieder auf zum Feuer um zu schauen was die Nachtschicht erreicht hatte.
Die Einsatzleitung war am Ende einer Strasse aufgebaut. Ein Anhänger der speziell für diesen Einsatzzweck verfugbar ist und Funkgeräte, Computer, Drucker usw beinhaltet war unsere Einsatzleitung. Die Damen und Herren hatten über Nacht gute Arbeit geleistet und das Gegenfeuer komplett um das eigentliche Feuer gelegt. Da die Wettervorhersage fur diesen Samstag starke Winde, hohe Temperaturen und geringe Luftfeuchtigkeit vorhersagte wollten wir auf Nummer sicher gehen damit das sich das Feuer nicht weiter ausbreitet. Direkt am Fuss des Hanges befanden sich zahlreiche Häuser.


Ich verbrachte den Samstag Morgen in der Einsatzleitung. Zahlreiche Feuerwehren waren gekommen um die Rander des Feuers ab zu löschem um sicher zu gehen das keine Funke überspringen kann. Auch ein Helikopter, den wir am Vorabend angefordert hatten, war mittlereile eingetroffen um die Lage aus der Luft zu beobachten.
Um kurz vor 11 Uhr als ich gerade nach Hause gehen wollte fragte mich der Regional Manager, der am Morgen eingetroffen war im sich selbst ein Bild von der Lage zu machen, ob ich mit dem Hubschrauber die Lage von oben erkunden wollte. Nunja, da musste er nicht zweimal fragen.
Ab ging es mit der Hubschrauberbesatzung von der Einsatzleitung zu einer Pferdekoppel auf der der Huschbschrauber samt Pilot auf uns wartete. Eine kurze Einweisung in den Hubschrauber und los ging es in die Lüfte.

Wir hoben ab und kreisten mehrere Male uber dem Feuer. Toll das ganze aus dieser Perspektive zu sehen.

Auf dem Feld wollte der Pilot nicht mehr landen um mich nach etwa 15 Minuten wieder ab zu setzen. So wurde kurzerhand eine Strasse gesperrt auf der wir landeten und ich wieder aussteigen konnte.

Da alle zufrieden waren hob der Helikopter wieder ab und flog zuruck zum Flughafen. Ein tolles Erlebnis!!!!

Kajak Camping

Tag der Deutschen Einheit wird hier zwar nicht gefeiert, trozdem hatten wir am ersten Oktober Wochenende ein langes Wochenende mit einem Feiertag am Montag. Gefeiert wurde der Labour Day (=Arbeiter Tag).

Wir nutzten das lange Wochenende für eine mehrtägige Kajaktour. Zusammen mit Tim und Christina (auch eine Deutsche) ging es am Samstag Morgen Richtung Norden and die Sunshine Coast. Zwischen Noosa am nördlichen Ende der Sunshine Coast und Gympie ging es dann zuerst ins kleine Städtchen Pamona. Von dort war es dann nochmal eine Autostunde in den Busch. Die Straße ging bald in einen Schotterweg über. Über Stock und Stein gelangten wird dann zu Harry’s hut (=Harries Hütte) welche mittem im Cooloola Nationalpark liegt. Hier gibt es neben Toiletten auch einige Buschcampingplatze entlang des Noosa Flusses. Um hier campen zu dürfen muss man sich vorher auf der Webseite des Nationalparks registrieren und ein paar Dollar pro Nacht bezahlen. Dafür kommt der Ranger regelmässig und schaut nach dem Rechten.


So erreichten wir am späten Samstag Vormittag Harry’s hut. Nach einem kurzen Mittagessen im Schatten wuchteten wir dann unsere Fortbewegungsmittel für die nächsten drei Tage von Tims Auto. Tims Vater hatte uns freundlicherweise ein großes Kanu und ein Kajak geliehen. In diese verstauten wir dann all unser Hab und Gut. 40 Liter Wasser, Zelte, Schlafsäcke, Schlafmatten, Kleidung und Nahrung mussten verstaut werden. Das meiste davon kam in der Mitte des Kanus unter in dem Tim und ich paddelten. Die Damen durften federleicht im Kajak paddeln.


Der Noosa River wird auch als die Noosa Everglades bezeichnet. Im Süden gibt es breite Seen die sich gen Norden zu einem breiten und dann immer schmaler werdenden Fluss durch den australischen Eukalyptus wald schlängelt. Das Wasser ist braun-schwarz von den ganzen Teebaumen die am Ufer wachsen. Das dunkel Wasser ergibt einen tollen Spiegeleffekt. Toll für Fotos.

Da wir uns erst eine Woche vorher für diesen Trip entschieden hatten war nur noch ein Platz zum campen frei – und zwar Campplatz 15 der am weitesten weg liegt. Wir hatten für die 20 Kilometer paddeln etwa 6 Stunden einkaluliert.

Alles lief gut – keine Strömung oder Gezeiten die das paddeln zur Tortur machen konnen.

Kurz vor 5 Uhr am Abend erreichten wir dann unseren Campplatz und konnten im letzten Tageslicht unsere Zelte aufbauen und Abendessen kochen. Es gab Pasta – einfach, schnell zubereitet und nahrhaft nach viereinhalb Stunden auf dem Wasser.


Dann wurde es dunkel und die Nacht brach herein. Keine Wolke am Himmel, sternenklare Nacht und weit und breit kein Zeichen menschlicher Zivilisation. Herrlich.

Nachdem wir uns mit Mosiktospray einbalsamiert hatten und unser Abendessen gierig gegessen hatten spielten wir noch eine Runde Karten im Zelt bevor es dann um kurz vor 20 Uhr ins Bett ging. Verständlicherweise waren wir alle müde.

Die Nacht war abgesehen von kleineren Buschbewohnern die unser Camp erkunden wollten, relativ ruhig. Wir hatten all unser Essen luftdicht verpackt so das die kleinen Nager unverrichteter Ding wieder abdrehen mussten.

Um 5 Uhr am Morgen, kurz vor Sonnenaufgang begann dann ein herrliches Vogelkonzert und ein neuer Tag begann.

Zum Frühstück gab es Pancakes mit frischen Früchten.

Anschliessend stiegen wir alle vier in unser geräumiges Kanu und paddelten den letzten Kilometer zum Anfang des Noosa Rivers. Begleitet wurden wir dabei von einem prächtigen Seeadler der vor uns herflog. Der Fluss wurde immer schmaler und das Wasser immer seichter. Am Ende versperrten uns Sträucher den Weg. Wir hatten es geschafft! Wir sind bis zum Ende gepaddelt.
In einem kleinen Seitenarm haben wir uns dann noch etwas erfrischt bevor wir wieder zum Camp zurück paddelten um unser Gepäck wieder auf die Boote zu verteilen.

Unser Tagesziel war es zuruck zum Camp 3 zu paddeln. Bei Camp 3 beginnt ein 12 Kilometer langer Wanderweg der zu einer Wanderdüne und wieder zurück fuhrt. Nach etwa drei Stunden auf dem Wasser kamen wir am frühen Nachmittag am Camp 3 an. Bis zu diesem Camp ist es Booten mit normalen Benzinmotoren erlaub den Fluss zu befahren. Ab diesem Camp dürfen nur noch Boote mit Elektromotoren und Kajaks und Kanus den Fluss befahren.


Nach einem Mittagssnack schlugen wir unsere Zelte auf und machten uns auf den Weg zur Sanddüne. Dort kamen wir dann kurz vor Sonnenuntergang an. Mal wieder weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Wir hatten alles für uns. So gefällt mir das. Wir genossen die letzten Sonnenstraheln fur ein paar Erinnerungsfotos bevor wir mit unserern Stirnlampen im Einbruch der Dunkelheit wieder zurückwanderten.
Im Camp angekommen gab es dann noch Pesto-Pasta fur die hingrigen Mäuler und dann ab ins Bett. Es dauerte verständlicher Weise nicht lange bis alle im Land der Träume waren.

Der Wettergott hatte es gut mit uns gemeint. Obwohl Regenschauer fur Montag vorhergesagt waren bekamen wir ausser ein paar Tropfen nichts ab. Da Camp 3 Ausgangspunkt fur Wandertouren ist hat diese sogar eine Toilette und einen Wassertank um sich zu waschen. Luxus hier draussen im Busch.

Dann hiess es wieder alles in die Boote packen für die letzte Stunde paddeln zurück zu Harry’s hut.

Dort angekommen wurde alles wieder in die Autos verstaut und es ging zurück in die Zivilisation. im kleinen Stadtchen Pamona gab es dann noch Mittagessen bevor wir uns wieder auf die Heimreise machten. Ein toller Ausflug in die Natur – ein langes Wochenende optimal genutzt.