Tag 6: Franz Josef – Haast

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Alpenidyll mit Kiwi

Heute morgen stellte ich mir den Wecker etwas später als sonst und genoss eine Stunde mehr Schlaf. Vor den lästigen Sandfliegen an der Westküste hatte man mich schon gewarnt. Heute Morgen konnte ich die vollbrachte Arbeit der Plagegeister an meinem Körper bestaunen – juckende Stiche überall!

Als einer der ersten Besucher des Tages war ich im West Coast Wildlife Centre in Franz Josef. Dort konnte ich dann endlich das Wappentier von Neuseeland live sehen – den Kiwi.

Da dieser kleine, flugunfähige Vogel der nur nachtaktiv ist war es im Kiwigehege sehr dunkel und fotografieren und laute Geräusche verboten. Drei dieser interessanten Tiere bekam ich zu Gesicht. Diese gehörten zu der seltesten Kiwiart, dem Rowi. Es wird vermutet das nur noch etwa 375 dieser Art in freier Wildbahn existieren dessen Verbreitungsgebiet rund um Franz Josef liegt.
Insgesamt gibt es noch ca 70.000 Kiwis in ganz Neuseeland was sie zu einer stark bedrohten Tierart macht.

Besonders die um 1800 eingeführten Tierarten wie der Marder oder das Opossum sorgen dafür das 95% der Kiwi-Jungtiere das erste Jahr nicht überleben. Daher gibt es landesweit einige Aufzuchtsstationen um die Art zu erhalten.

Meine Reise führte mich weiter gen Süden. Etwa 30 Kilometer nach Franz Josef kam dann der Fox Gletscher den ich ja am Vortag schon aus der Vogelperspektive gesehen habe. Ich entschied mich zu einer einstündigen Wanderung hoch zum Fuße des Gletschers. Der Weg führte durch das Geröllfeld in dem bis vor einigen Jahrzehten der Gletscher noch bis ins Tal gereicht hat und sich nun nach und nach zurückzieht.

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Dann führte mich der Weg weiter durch diese unglaublich faszinierende Landschaft. Vorbei an großen Seen, Wäldern und Wiesen ging es dann wieder an die Küste.

Mein heutiges Etappenziel Haast erreichte ich gegen 17 Uhr. Da dort allerdings so gut wie nichts geboten war entschied ich mich meinem morgigen Etappenziel Wanaka etwas entgegen zu fahren. Die Straße dorthin führt wieder landeseinwärts und schlängelt sich zwischen den Bergen und einem mächtigen Fluss.
Hier machte ich noch ein paar Fotostops. Es gibt viel zu entdecken entlang der Route. Sehr hilfreich ist es das die Sonne im Sommer erst gegen 21:30 Uhr untergeht.

In einem sonnigen Tal fand ich dann wieder einen der gestern beschriebenen DOC Campingplätze (Cameron Flat) mit traumhaften Blick auf die schneebedeckten Berge. Campen in Neuseeland ist einfach schön! Unvorstellbar wenn man in diesem Land die Nächte ich irgendeinem Motel verbringen muss.

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Den Sandfliegen habe ich übrigens mit einem Geheimrezept der Einheimischen den Kampf angesagt: Dettol (Insektenspray) gemischt mit Babyöl. Bin gespannt ob es hilft.

Tagesleistung: 240 Kilometer

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