Es geht wieder los

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Wir sind nun mitten im tiefsten Winter und das ist alle Jahre wieder der Beginn der Buschfeuer-Saison fuer uns im Suedosten von Queensland. In dieser Jahreszeit bekommen wir so gut wie keinen richtigen Niederschlag und der Wind trockene Luft aus dem Westen des Landes.
Solange die Bedingungen noch nicht zu extrem sind versucht man hier mit sogenannten kontrollierten Gefahren-Reduzierungs-Feuern das Risiko in besonders gefährdeten Gebieten zu minimieren. Dazu warden Gebiete kontrolliert abgebrannt bevor die eigentlich Buschfeuer-Saison beginnt und ein Feuer unkontrollierbar machen.

Die Buschfeuersaison hat hier zwar noch nicht offiziell begonnen aber sind bereits jetzt sind wir öfter als sonst unterwegs. Innerhalb der letzten zwei Wochen sind wir bereits zu vier Buschfeuern ausgerückt von denen zwei sehr nahe an Wohnhäuser herankamen.

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Das größte Feuer zu dem ich bisher ausgerückt bin startete am letzten Freitag Morgen in Bonogin am südlichen Ende der Gold Coast. Starke Winde sagten eine hohe Feuergefahr für diesen Tag voraus. Ausgelöst wurde das Feuer durch eine umgestürzte Stromleitung in Buschland.
Das Feuer breitete sich durch den Wind schnell aus und so wurden wir am Nachmittag zusammen mit mehreren anderen Feuerwehren zur Überlandhilfe nach Bonogin alarmiert.
Bei solchen Einsätzen ist man für eine Schicht eingeteilt die normalerweise 12 Stunden dauert. So rückten wir zu Dritt mit einem Fahrzeug um kurz nach 16 Uhr und nach getaner Arbeit zum Einsatzort aus.

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Nach etwa 40 Minuten erreichten wir die Einsatzleitung die uns gleich die Straße hoch schickte um Häuser vor dem Feuer zu schützen das schneller als erwartet den Hügel heraufkam.

Die Polizei hatte bereits die Strassen abgesperrt und den Anwohnern empfohlen ihre Häuser zu verlassen. Über uns flogen Löschhubschrauber und versuchten mit gezielten ‚waterbombing‘ die Intensität des Feuers zu verringern. Das war das erste Mal das ich die Löschhubschrauber aus nächster Nähe erlebte.

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So fuhren wir hoch zum Chesterfield Drive wo schon einige Einsatzfahrzeuge der Berufs- und freiwilligen Feuerwehr in Position gegangen waren. Wir wurden einem Haus zugewiesen und gerade als wir unser Fahrzeug in einer sichere Position abgestellt hatten kamen die Flammen schon den Bergrücken hoch. Dann musste es schnell gehen und gemeinsam mit den anderen Fahrzeugbesatzungen versuchten wir das Feuer zurück zu halten so das es nicht auf das Haus übergreifen konnte.
Die Flammen schlugen etwa sieben Meter in die Höhe und der Rauch und Funkenflug sorgten für eine gespenstische Stimmung.
Es dauerte etwa 15 Minuten bevor wir das Feuer im Griff hatten. Danach galt es dann die äußeren Ränder des Feuers vollständig ab zu löschen so das keine Gefahr des Wiederaufflammens mehr besteht. Das dauert seine Zeit und muss gründlich gemacht werden.

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So konnten wir dann nach etwa zwei Stunden unsere erste Pause machen und unseren 1,800 Liter Wassertank an einem der städtischen Wassertanklastwagen die vor Ort waren, auftanken. Dann bekamen wir ein Abendessen geliefert. Anschließend kontrollierten wir die Straße und machten sicher das das Feuer nicht wieder aufflammt.

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Dann ging es weiter zur nächsten Straße. Wir wurden zusammen mit einem Fahrzeug der Berufsfeuerwehr einem weiteren Haus zugeteilt. Diesmal war jedoch keine Eile geboten. Das Feuer war noch hinter dem Hügel und wurde erst in den nächsten Stunden erwartet.
So hieß es warten! Auch das gehört dazu. Mittlerweile was es kurz nach 22 Uhr und die Temperaturen sanken.
Die nächsten fünf Stunden verbrachten wir dann damit uns mit den Hausbesitzern zu unterhalten die uns freundlicherweise Kaffee und Tee brachten. Um zwei Uhr am Morgen konnten wir dann das Feuer sehen das langsam über den Hügel in Richtung unseres Hauses kam. Eine Stunde später waren die Bedingungen dann günstig und wir konnten ein kontrolliertes Gegenfeuer ums Haus herum legen und dies dem eigentlichen Feuer entgegenschicken und somit einen größeren Puffer um das Haus zu bekommen.

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Mit diesem sog. backburn waren wir dann die nächsten drei Stunden beschäftigt. Als die Sonne wieder aufging hatten wir es dann geschafft und die Tagesschicht löße uns ab.

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Schnelles Selfie mir der Ablösung und um kurz vor acht Uhr am Samstag morgen – nach 14 Stunden im Einsatz – konnten wir dann die Heimfahrt antreten. So ging ich dann nach 26 Stunden auf den Beinen am Samstagnachmittag für ein paar Stunden ins Bett.

Es war ein anstrengender Tag aber die Tatsache das kein Haus aufgegeben werden musste und niemand verletzt wurde machte es die Sache wert.

Meine GoPro war wieder dabei:

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