Free Billy

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Als ich am Dienstag Abend von meiner Feuerwehrübung nach Hause fuhr hörte ich im Radio das gerade ein junger Buckelwal am Palm Beach Strand gestrandet ist. Dazu muss man sagen dieser Strand etwa fünf Minuten von meiner Wohnung entfernt liegt und ich den Wal sogar von meinem Balkom aus sehen konnte.
Kurzentschlossen schnappte ich meine Kamera, zog warme Klamotten an (es hatte 10 Grad) und machte mich auf den Weg runter zum Strand.
Dort fand ich den etwa zwei Jahre alten Buckelwal am Strand. Spezialisten von Seaworld und einige freiwillige Mitglieder der Organisation ORRCA sowie einige Anwohner waren dort und kümmerten sich um den Wal.

Zwei Stunde zuvor hatten Anwohner den gestrandeten Wal entdeckt und versucht ihn wieder zurück ins Meer zu schieben. Bei 15 Tonnen Lebendgewicht ein jedoch unmögliches Unterfangen.

Deshalb wurden die Spezialisten von Seaworld mit der Aufgabe betraut den Wal am nächsten Morgen bei Hochwasser im ersten Licht des Tages mit Hilfe von Leinen und einem Boot ins Meer zurück zu ziehen.

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Die Nacht überstand der Wal soweit ganz gut und so begann am Mittwoch Morgen um halb sieben, also kurz nach Sonnenaufgang, der Rettungsversuch. Unter den Augen von hunderten Beobachtern, TV-Kameras und Fotografen wurde dem Wal eine Art Netz untergeschoben und eine Leine um seine Finnen gelegt. Das andere Ende der Leine wurde am Seaworldboot befestigt das vorsichtig versuchte den Wal vom Strand zu ziehen.

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Leider aber das Glück nicht der Seite des Wals denn das Tau riss! Um es genau zu sagen riss es bei allen drei Versuchen. Hätten die Helfer ein stärkeres Tau eingesetzt wäre das Risiko zu hoch gewesen das durch die Zugkraft die Finnen des Wals verletzt worden wären. Und da das Hochwasser auslief wurde die Rettungsaktion abgebrochen und auf den späten Nachmittag verschoben.

Gegen 5 Uhr wurde das nächste Hochwassr (=high tide) erwartet. Bis dahin wurden Zelte aufgestellt und feuchte Tücher über den Wal gelegt um ihn vor der Sonne zu schützen. Am Nachmittag hoben dann vier Bagger einen Kanal aus um es dem Wal so einfach wie möglich zu machen.

Die Flut kam am späten Nachmittag jedoch schaffte es der Wal trotz aller Anstrengungn wieder nicht vom Strand und die Rettung musste wieder abgebrochen werden. Nach Einbruch wurde einer Gruppe von Zuschauern und Anwohnern wohl zu bunt und so stürmten etwas fünfzig Menschen zum Wal und versuchten ihn mit Manpower zurück ins Meer zu schieben. Wie gesagt wiegt der Wal etwa 15 Tonnen was diese Aktion aussichtlos und gefährlich machte. Sie meinten es vielleicht gut jedoch machten sie die Situation nur noch schlimmen das der Wal durch diese Aktion nun nicht mehr mit dem Kopf zum Meer gerichtet war sonder nun mit dem Kopf in Richtung Strand zeigte. Die Polizei rückte and und sorte wieder für Recht und Ordnung. Es ging also in die zweite Nacht.

Am Donnerstag Morgen startet dann kurz nach Sonnenaufgang die dritte Rettungsaktion. Das Boot von Seaworld war wieder da. Die Zuschauerzahl hatte sich zum Vortag verdoppelt. Genauso wie die Zahl der Kameras.

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Unter Polizeischutz wurde dann wieder das Netz und das Tau angelegt und die gleich Aktion wieder versucht – und wieder riss das Seil.
Der zweite Versuch war erfolgreicher und der Wal der inzwischen den Namen Billy bekommen hatten konnte einige Meter in die Brandung gezogen werden bevor die Rettungsleinen wegrutschten.

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Billy war nun in der Brandung, seinem Ziel dem tiefen Wasser in greifbarer Nähe aber ohne menschliche Hilfe weiterhin hilflos.
Dann packten die Spezialisten von Seaworld eine rote Rettungsschlinge aus, legten sie sorgsam um die Finnen und mit Hilfe des Bootes gelang es ihnen endlich den Wal druch die Brandung in tiefere Gewässer zu ziehen.

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Unter dem Applaus der Zuschauer und dem Jubel der Retter schwomm Billy davon und streckte ein letztes Mal eine seiner Finnen und die Höhe als ob er uns zum Abschied zuwinken und sich für die Hilfe bedanken wollte.

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Die Retter von Seaworld

Einige meiner Bilder fanden bei der lokalen Presse Anklang und so wurden über die 36 Stunden in denen Billy am Strand von Palm Beach lag gleich drei meiner Bilder in der online-Ausgabe des Gold Coast Bulletin und auf Social Media veröffentlicht.

Bildergalerie des Gold Coast Bulletin
Online Berichterstattung des Gold Coast Bulletin

Die Erleichterung bei allen Anwesenden war spürbar. Ein tolles Ergebnis nach 36 Stunden Mitfiebern. Kommt nicht alle Tage vor das ein Wal vor der Haustüre liegt. Alles Gute auf Deiner Reise Richtung Norden Billy!

Sogar in die deutsche Presse hat er es geschafft:

Bericht von RTL online

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