Ostern @ Port Stephens

Eine Frage die mich die Tage oft aus Deutschland erreicht hat war „…wird in Australien auch Ostern gefeiert?…“. Die Antwort darauf ist Ja. Auch wenn die allermeisten Australier nicht recht gläubig sind, so nehmen sie selbstverständlich das lange Osterwochenende mit. Schokoosterhasen gibt es auch. Ein kleiner, goldener Lindthase kostet hier im Supermarkt umgerechnet 4,50 Euro.

Zusammen mit einigen Mädels aus meiner Klasse beschlossen wir dasOsterwochenende in Port Stephens zu verbringen. Port Stephens liegt 200 Kilometer nördlich von Sydney an der Ostküste. Bekannt ist das Gebiet durch die dort lebenden Delfine und dei rießigen Sanddünen.

So haben wir uns die Woche davor ein Auto gemietet und eine Cabin auf einem der zahlreichen Campingplätze gebucht. Mehr zur Cabin später im Bericht. Bepackt mit vielen nützlichen Infos unserer Lehrerin Janice und genügent Proviant für die Ostertage starteten wir am Freitagmorgen von Sydney in Richtung Norden.

Das Auto hatte ich schon am Vortag abgeholt und dort auch schon die ersten Kilometer „auf der falschen Seite“ hinter mich gebracht. Die Umstellung auf Linksverkehr, das Lenkrad und die Armaturen auf der falschen Seite zu haben war am Anfang etwas einschüchternd. Zum Glück hatte ich mir ein gutes Navi von Emma, die in unserer Schule an der Rezeption arbeitet, ausgeliehen. Navman führte uns sicher durch das ganze Wochenende.

Da ich der einzige war, der einen internationalen Führerschein besaß und eine gültige Fahrerlaubnis hatte wurde mir also die volle Ehre des Fahrens zuteil. Nachdem das Auto vollgepackt war ging es dann los. Die erste Hürde war es, aus Sydney herauszufinden. Aber dank Navman ging das reibungslos. Das Navi führte uns über die Harbour Bride in nördlicher Richtung raus aus Sydney.

Dann auf den Highway 1 in Richtung Newcastle. Höchstgeschwindigkeit 110 kmh !!!!! Da kommt Heimweh nach der guten Autobahn auf. Und die Geschwindigkeit sollte auch eingehalten werden da die Polizei stark kontrolliert. Selbst vom Hubschrauber aus kann man wegen erhöhter Geschwinigkeit gemessen werden. Dafür gibt es an mehreren Stellen in regelmäßigen Abständen weisse Querlinien auf der Straße.
Wir hielten uns daran und kamen nach etwa drei Stunden gutgelaunt in Port Stephens an. Dank dem Navi finden wir auch den Weg zu unserem Campingplatz auf Anhieb. Von der Hauptstraße ging es 2 Kilometer in den australischen Busch. Links und rechts neben der Straße war nichts außer Busch. Besonders nachts sollte man hier sehr vorsichtig fahren um nicht mit Kängurus und Koalas zu kollidieren. In der ganzen Bucht gibt es dazu viele Hinweisschilder an den Straßen auf denen eine Notrufhotline für angefahrene und verletzte Wildtiere vermerkt ist.

Am Campingplatz angekommen erwarteten uns zwei nette, ältere Damen in der Rezeption die uns die Schlüssel für unsere Cabin übergaben. Unsere Cabin war eine von insgesamt nur sechs festen Häusern auf diesem Campingplatz. Ausgestattet mit Schlafzimmern, Küche, Bad, Wohn- und Esszimmer und einer Veranda hatte die Cabin alles was man bracht. Und sauber war sie auch noch – perfekt! Direkt hinter unserem Wochenendezuhause begann auch gleich der Busch. Etwa huntert Meter weiter lag der Tilligerry Creek der vor allem bei Anglern allen Alters beliebt ist.

Den Nachmittag verbrachten wir in der Nähe des Campingplatzes mit chillen, da es mit 28 Grad ziemlich hieß war. Am Abend wurde dann gekocht.

Samstagmorgen, die Sonne lachte. Ein perfekter Tag um den etwa 300 Bottle-Nose Delfinen in Port Stephens einen Besuch abzustatten. Die Tour mit dem Schiff startete im etwa 5 Kilometer entfernten Nelson Bay. Für uns fünf war es das erste Mal, dass wir vermutlich Delfine sehen würden. Natürlich hatte ich meine Kamera mit dem großen Objektiv im Gepäck. Als wir im Hafen vor dem Schiff warteten scannte ich die Bucht und siehe da, in diesem Moment schwamm eine kleine Gruppe (=Schule) von Delfinen am Hafen vorbei. Toll! Entsprechend aufgeregt ging es dann aufs Boot. Ich platzierte mich ganz unten am vordersten Punkt des Schiffes da Delfine ja bekanntlich gerne vor den Schiffen herschwimmen.

Dann legte das Schiff ab zur 1,5 stündigen Dolphinwatch-Cruise. Wir verließen den Hafen und machten uns gemeinsam mit einem anderen Schiff auf die Suche nach den beliebten Tieren. Nach etwa 20 Minuten konnten wir die ersten Finnen (=Rückenflossen) von zwei Exemplaren entdecken die ihres Weges zogen. Nach etwa 40 Minuten hatten wir noch keinen näheren Kontakt zu den Definen gefunden, die bis zu 30 Minuten unter Wasser bleiben können. Also entschied der Kapität den Platz zu wechseln. Es ging an die andere Seite der Bucht und siehe da, auch einige Delfine waren dort. Zunächst konnten wir sie aus einiger Enfernung beobachten und als wir gerade wieder abdrehen wollten kamen sie näher und näher.

Eine Mutter mit ihrem Kalb kam unserem Schiff besonders nahe. Die beiden schwammen bis auf zwei Meter an den vorderen Teil des Schiffes heran. Als der Kapitän dann die Geschwindigkeit erhöhte platzierten sich die beiden direkt vor dem Schiff und schwammen vor uns her.
Es war toll diese faszinierenden Tier aus nächster Nähe zu sehen. Die Tiere leben hier völlig frei in der Bucht und werden auch nicht speziell für diese Touren angefüttert.
Von Mitte Mai bis November kann man hier mit etwas Glück auch Wale beobachten.

Den Nachmittag verbrachten wir dann bei tollem Wetter am Strand von Shoal Bay. Man hat hier in Port Stephens die Qual der Wahl an welchen der zahlreichen Strände man gehen soll. Wenn man Strände zum Schwimmen bevorzugt kann man einen wie Shoal Bay wählen der innerhalb der Bucht liegt. Möchte man surfen geht man einfach auf die andere Seite und man hat den Ozean und die Wellen.

Den Sonnenuntergang schauten wir uns in Anna Bay, am Birubi Point an. Dort hat es die größten und längsten Sanddünen Australiens. Man kommt sich vor wie in der Wüste. Da hier in Australien die Winterzeit gilt wird es schon gegen 18:00 Uhr dunkel und so führen wir bei Dunkelheit wieder heim zu unserem Campingplatz.

Das faszinierende an Port Stephens ist, dass man keine weiten Strecken mit dem Auto zurücklegen muss. Man fährt maximal 20 Minuten und ist dort wo man sein möchte. Parkplätze gibts überall und so kann man barfuss vom Auto in 2 Minuten zum Strand laufen.

Am Ostersonntag ging es morgens gleich wieder zum Birubi Point um Sandboarden zu gehen. Mit einem geländegängigen Bus wurden wir in die Dünen gefahren. Kurze Einweisung, Brett bekommen und ab auf die Düne. Das Brett hatte die Größe eines Skateboardes und man durfte es nur im Sitzen benutzen. Nach einigen Abfahrten bei strahlendem Sonnenschein hatten wir dann Sand an jeder Stelle unseres Körpers und wir fuhren zu einem kleinen Strand ganz in der Nähe.

Einer der Sandboarding-Guides gab uns den Tipp nach Zenith-Bay zu fahren. Über einen kleinen Holzsteg der mitten durch die Dünen führte (St. Peter-Ording lässt grüßen), kamen wir dann an einen kleinen und fast menschenleeren Strand. Ein toller kleiner Strand der direkt am Fuße des Mount Tomaree liegt. Wir entschieden uns aber wieder zurück auf die andere Seite zu gehen, da wir einen Strand ohne Wellen besuchen wollten um uns den Sand abzuwaschen.

So kamen wir dann am nörlichsten Teil von Shoal Bay, dem Strand wo wir schon am Vortag waren an. Als ich den Strand betrat sah ich draußen im Wasser wieder mehrere Delfine die sich dem fast menschenleeren Strand näherten. Sie kamen sehr nahe an den Strand und so entschied ich mich meine gopro-Kamera zu schnappen und raus zu schwimmen. Leider war ich zu langsam und so zogen diese tollen Tiere weiter, ohne meine persönliche Bekanntschaft gemacht zu haben – tja, Pech für die Delfine :-).

Nach dem reinigenden Bad verbrachten wir dann noch einige Zeit am Strand von Shoal Bay befor wir am späten Nachmittag noch nach Fingal Bay fuhren um dort zum Lighthouse zu laufen. Da dieser Leuchtturm jedoch nur über den Strand zu erreichen war und dieser teilweise durch die High Tide (einsetzende Flut) überflutet war, schafften wir das nicht ganz. haben dafür trotzdem einen weiteren. schönen Strand gesehen an dem sich zum späten Nachmittag viele Fischer einfanden – scheint wohl eine gute Tageszeit zum angeln zu sein.

Nachdem der Tank des Autos wieder gefüllt war ging es auf den Nachhauseweg. In der Ferne blitze es gewaltig und wir kamen in ein größeres Unwetter mit besagten Blitzen und Starkregen. Da ging dann auf dem Highway nur noch mit 80 kmh voran. Glücklicherweise besserte sich das Wetter nach kurzer Zeit wieder und so kamen wir entspannt und gut erholt wieder in Sydney an.

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