Tag 47: Biboohra – Mount Molloy

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::: Feuer (wehr) :::

Heute Morgen mussten wir uns entscheiden ob wir bis hinauf ins 260 Kilometer entfernte Cooktown fahren sollten oder nicht. Dorthin führt nur ein Weg durch das Inland. Die Route an der Küste entlang ist ab der Hälfte der Strecke nämlich nur mit einem Jeep (= 4WD) möglich.
Um uns Rat zu holen fuhren wie so oft nach dem Frühstück gleich zur Besucherinformation ins 5 Kilometer entfernte Mareeba zurück. Die älteren Damen und Herren versorgten uns mal wieder mit vielen nützlichen Informationen.

Letztendlich entschieden wir uns gegen Cooktown da wir sieben Stunden und über 500 Kilometer im etwas trostlosen Inland hätten hinter uns bringen müssen.

Stattdessen nutzten wir den angebrochenen Tag um das nette Museum gleich bei der Besucherinformation zu begutachten. Die vorwiegend pensionierten Damen und Herren haben hier mit viel Liebe zum Detail gut erhaltene Alltagsgegenstände aus der Vergangenheit zusammengetragen und ein liebevoll eingerichtetes Museum errichtet das man kostenlos besichtigen kann. Hier verbrachten wir dann einige Zeit bevor Eva und Verena Coffee Works, ein Museum für Caffee und Schokolade, besuchten.

Ich machte mich auf ins Stadtzentrum und besuchte seit langer Zeit (ist für mich sechs Wochen) mal wieder einen Frisör. Frisch gestylt schlenderte ich dann noch durch die Stadt wo ich an der örtlichen Feuerwache vorbeikam. Da die Fahrzeugtore offen standen lief ich einfach hinein und traf auf vier nette Feuerwehrmänner. Als ich sie fragte ob sie mir als deutschen Feuerwehrmann ihre Wache zeigen würden stimmten sie sofort zu. Jason nahm sich meiner an und zeigte mir das komplette Gebäude, die PSA (Persönliche Schutzausrüstung) sowie die drei Fahrzeuge (Bild).

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Die vier Jungs sind hauptamtliche Kräfte und für ein ziemlich großes Gebiet zuständig. Sollte es zu einem größeren Schadensfall kommen könmen ehrenamtliche Kräfte nachalarmiert werden. Es kann schonmal passieren das die Anfahrt zu einem Verkehrsunfall oder einem Brand 45 Minuten dauert. In Deutschland wäre das undenkbar aber hier aufgrund der Größe des Landes völlig normal. Es sei auch schon vorgekommen das das Haus bereits bis auf die Grundmauern abgebrannt war als die ersten Einsatzkräfte eintrafen.

Jasons Chef und Wachleiter war einer der Vieren. Er drückte mir gleich ihr Ärmelabzeichen in die Hand (Bild).

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Dann zeigt mir Jason ein kleines Büchlein das jeder Feuerwehrmann oder Feuerwehrfrau in Queensland in der Jacke bei sich trägt. Es dient als Checkliste für alle möglichen Szenarien. In einer von den anderen Jungs unbeobachteten Minute steckte er eines davon zu (Bild). Nun weiß ich Bescheid über die Dienstvorschriften in Queensland. Ein tolles Andenken das garantiert nicht jeder hat. 🙂

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Als ich den Jungs dann erzählte das ich mit zwei Mädels reise wollten sie diese auch gerne kennenlernen. So fuhren wir also noch ein zweites Mal vorbei nachdem ich die Mädels bei Coffee Works abgeholt hatte.

Für ein Gruppenbild fuhren sie sogar ihr neuestes Einsatzfahrzeug aus der Garage und die Mädels durften sogar einen echten australischen Feuerwehrhelm anprobieren (Bild).

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Nach dieser lustigen Aktion ging die Fahrt weiter nach Mount Molloy. Wir hatten erfahren das hier ein netter Campingplatz ist der kostenlos benutzt werden darf. Dort trafen wir dann auch noch vor Sonnenuntergang ein. Dieser Platz wird von freiwilligen Helfern aus dem Ort instand gehalten und gepflegt. Und gegen eine freiwillige Spende von $2 pro Nacht pro Fahrzeug findet man alles was man so braucht: Wasser, Toiletten und sogar Duschen.

Hier haben wir dann zum ersten Mal Lagerfeuer gemacht. Holz gab es im angrenzenden Bush.

So genossen wir den Abend in unseren Campingstühlen vor dem Feuer. Über uns konnten wir zwischen den Bäumen wieder den tollen Sternenhimmel sehen. Gegrillte Banane schmeckt übrigens sehr köstlich.

Tagesleistung: 62 Kilometer

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Buschbrände sind im Sommer eine große Gefahr in Australien

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